Lange Nacht des Feuers

Flammen waren im Mittelalter der wichtigste "künstliche" Lieferant für Wärme und Licht. Zahlreiche Handwerke waren von ihnen abhängig: Sei es von der Hitze zum Schmieden, dem Aufschmelzen von Glas oder schlicht zum Kochen. Für den Schiffbau wurden die hohen Temperaturen zum Dämpfen und Biegen von Planken benötigt.

 

Für Häuser war Feuer Fluch und Segen zugleich. Das Ankohlen von Holzpfosten im Hausbau erhöhte deutlich deren Lebensdauer im Erdreich. Zugleich waren die mittelalterlichen Gebäude aufgrund ihrer brennbaren Materialien immer in Gefahr ein schneller Raub der Flammen zu werden.

Feuerbetriebene Lichtquellen waren während des frühen Mittelalters sowohl einziger Schutz gegen die Dunkelheit wie gleichermaßen Luxus. Je qualitätvoller das Leuchtmittel war, desto teurer war es auch. Kienspäne waren leicht herzustellen, hingegen musste das Material hierfür erst gefunden werden und vor allem brennen sie nicht lange. Lampen zum Verbrennen von Talg oder gar Öl werden in frühmittelalterlichen Siedlungen hin und wieder gefunden. Allerdings war der Brennstoff aufwändig herzustellen und somit kostbar. Bienenwachskerzen gaben zur Zeit der Slawen und Wikinger das hellste und dauerhafteste Licht, waren jedoch aufgrund ihres hohen Wertes offenbar nur der Kirche und Oberschicht vorbehalten.

Für die meisten Menschen des frühen Mittelalters dürfte deshalb mit dem Untergehen der Sonne der Tag ebenfalls beendet gewesen sein. Ausnahmen waren besondere Festtage oder vielleicht auch große und reiche Siedlungen wie Starigard/Oldenburg oder Haithabu.

 

Zur "Langen Nacht des Feuers" laden wir Sie dazu ein, diesen - auch im Frühmittelalter seltenen - Anblick einer noch in der Dunkelheit geschäftigen Siedlung einmal selbst zu erleben. Die "Leute von Starigard" erfüllen die Siedlung um den Fürstenhof mit Leben und Gewerken. Dabei legen wir unser Hauptaugenmerk auf die Aspekte, die in der Regel das Sonnenlicht vor dem menschlichen Auge verbirgt und erst die Dunkelheit sichtbar werden lässt: Die Vielfarbigkeit unterschiedlicher Temperaturen glühenden Stahls beim Schmied, die beide Tage unsichtbare Höhe der Stichflammen aus einem Eisenverhüttungsofen, die Magie flüssigen Glases, das dämonische Züngeln der Flammen aus einer Keramikbrenngrube oder einfach das Glitzern des Mondes auf dem See inmitten der mittelalterlichen Siedlungen.

 

Die Veranstaltung beginnt beim abnehmenden Abendlicht und bietet Ihnen die Möglichkeit gemeinsam mit unseren Slawen den Übergang in die Nacht zu erleben und den Vergleich zu ziehen, was der Tag uns manchmal vorenthält und die Dunkelheit erst enthüllt!

Nächster Termin: 30. September 2017, 18 - 22 Uhr (Eintritt bis 20 Uhr)

Dauer: Verweildauer frei wählbar
Kosten*: Erwachsene 6,- €; Kinder u. Jugendliche 3,- €; Familien: 15,- €
 

Anmeldung: nicht erforderlich

* Der Eintritt ist gesondert zu entrichten. Saisonkarten oder während der normalen Öffnungszeiten am Veranstaltungstag erworbene Tageskarten haben keine Gültigkeit.

Oldenburger Wallmuseum

 

Professor-Struve-Weg 1

23758 Oldenburg in Holstein

 

Tel.: 04361-623142

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Karfreitag - Ostermontag, 10 - 17 Uhr

Pfingstmontag, 10 - 17 Uhr

 

Juli - August:

Montag - Sonntag, 10 - 18 Uhr

 

September - Oktober: 

Dienstag - Sonntag, 10 - 17 Uhr

 

November - März: 

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